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Unser Newsletter erscheint 2-3 mal im Jahr.

Dieses Bezugssystem bietet eine gute Möglichkeit unsere Sexualität zu verstehen, wie und warum sie sich durch mehr Nähe verändert.

Man beschreibt deshalb die Sexualität in drei Ebenen:

Ebene 1

Hier geht es beim Sex um Energie, Leidenschaft, und Erregung. Um tiefe Befriedigung und Orgasmen, den Partner zu befriedigen, uns und dem Partner Genuss zu verschaffen. Man fühlt sich lebendig und vital. Man probiert aus und lernt… wir befreien uns von unseren Hemmungen und unterdrückten Aspekten.



Haben wir diese Phase verpasst auszuleben, weil wir vielleicht keine Möglichkeiten hatten, dann kann es später Konflikte geben, man hinterfragt im späteren Leben… „Da muss doch noch mehr sein?“ Die meisten hungern förmlich danach und fangen an zu fantasieren nach erregendem, leidenschaftlichem und orgasmischem Sex.

Sex auf dieser Ebene ist schön und erregend, aber wenn der Fokus auf Orgasmus und Lust liegt, kann es Probleme geben, wenn unsere Verletzlichkeiten berührt werden. Unsere Verletzlichkeiten zeigen sich z.B. in Ängsten, Kontraktionen und Funktionsstörungen.

Es kommt zum kompensierenden Verhalten, ausrichten auf sexuelle Leistung, und Orgasmus, Zwang Sex zu haben, um unseren und anderen Erwartungen zu entsprechen. Man fühlt sich getrieben, ungeduldig und sexuell fordernd… Kompensation kann sich in obsessivem Denken und Fantasien über Sex zeigen. Durch eine Verweigerung, unsere Verletzlichkeiten zu fühlen werden wir uns wahrscheinlich zu „objektiven Sex“ hingezogen fühlen... aber bei „objektiven Sex“ machen wir keinen wirklich intimen Kontakt zu unserem Partner… „objektiver Sex“ erlaubt uns erregt und stimuliert zu sein, ohne uns um unangenehme Unsicherheiten und Ängste kümmern zu müssen.

Sex auf Ebene 1 macht Spaß, ist aufregend und ekstatisch… aber wenn man daran festhält und wenn man seinen Unsicherheiten und Ängste nicht erlaubt aufzutauchen, führt er dazu, zu kompensieren und es entwickeln sich Suchtstrukturen.

Ebene 2

Wenn wir durch Nähe verletzlich werden, beginnen wir zu fühlen, dass wir etwas anderes brauchen beim Liebemachen, als bisher… wir betreten Ebene 2. Wir sehnen uns z.B. nach einer tiefen Verbindung zu unserem Partner... die bisherige Art Liebe zu machen stellt uns nicht mehr zufrieden. Es stellen sich körperliche Symptome ein, Schmerzen, Funktionsstörungen, der Körper zieht sich zusammen, wir versuchen zu kompensieren… wir vermeiden Sex!

Wir sehnen uns nach den guten alten Zeiten, als es keine Komplikationen gab, möglicherweise beginnen wir, unsere Sexualität zu manipulieren. Wir merken es nicht einmal, aber unser Körper weiß es und wir funktionieren nicht mehr.

Wir können Angst, Scham und Unsicherheiten, unsere Verletzlichkeiten, nicht bekämpfen, wir müssen lernen, damit beim Sex umzugehen. Wenn Sex unser Fluchtweg war, tiefere Begegnungen zu vermeiden, der Körper aber nicht mehr funktioniert, dann ist dieser Fluchtweg versperrt.

Der Schlüssel zur Heilung auf Ebene 2 liegt darin, uns selbst und unsere Ängste und Unsicherheiten wahrzunehmen und anzuerkennen. Wir müssen lernen, uns selbst das zu geben, was wir brauchen, um uns sicher und offen fühlen zu können. Das braucht Geduld und Akzeptanz, es beginnt damit, dass wir sanft mit uns selbst umgehen und mit unseren Partnern darüber sprechen.

Eben 3

Wenn man das Gefühl hat, seinen Partner so sehr zu lieben, das man geduldig und mitfühlend mit seinen Ängsten ist, dann befinden wir uns auf Ebene 3. Auf dieser Ebene kann man alles annehmen und feiern was beim Liebemachen auftaucht… man nimmt seine Verletzlichkeiten an und dieses Annehmen erlaubt es, dass man sich sexuell öffnen kann. Man Akzeptiert, was bei einem selbst und dem Partner beim Sex passiert.

In dem man anfängt, seine sexuellen Ängste und Unsicherheiten anzunehmen und auch mitzuteilen, wächst Vertrauen in sich selbst und ineinander. Auf dieser Ebene ist die Liebe für uns selbst und für den anderen so groß, dass sie die Verletzlichkeit der Ebene 2 und den spielerischen und ungehemmten Sex von Ebene 1 mit einschließt.

Es gibt keine Trennung mehr und die Verletzlichkeit der anderen Person fühlen und annehmen zu können, darin besteht die große Wachstumschance.

Sex wird hier nicht nur zu einem gemeinsamen er-leben von Liebe, sondern kann  zu einer spirituelle Erfahrung werden, einer gemeinsam erlebten „in Meditation“ sein. Hier verschmelzen Energien und Körper zweier Menschen, wir machen Liebe nicht um Spannungen los zu werden, sondern um Präsenz, unsere Verbindung mit einander und Stille zu vertiefen. Die Erregung kann abnehmen, aber ein tiefes Genährt sein nimmt zu, es ist ein Erblühen der Liebe… ein Erblühen der Selbstwahrnehmung und des Verstehens.

Objektiver, umkomplizierter Sex ist auf der einen Seite erfüllend, weil er nicht durch Ängste und Unsicherheiten gestört wird, hat aber nichts mit Intimität zu tun, kann Nähe, Vertrauen und Verbindungen, die wir mit jemandem haben beschädigen oder gar zerstören. Es ist vielleicht aufregend, Fantasien, Pornografie oder Sexspiele zu benützen, aber es hat seinen Preis. Wir errichten Mauern zwischen uns und der anderen Person, gehen gegen den natürlichen Strom des Lebens. Wenn man versucht, Sex objektiv zuhalten, dann verbirgt man seine eigene Tiefe vor dem Partner und möglicherweise auch vor sich selbst.

Wenn Sex subjektiv wird, dann bleiben wir beim Liebemachen in ständiger Verbindung miteinander. Die Belohnung beim subjektiven Sex… er ist unheimlich nährend! Auch wenn wir auf dem Weg dorthin unangenehmen Gefühlen begegnen, die wir bisher vermieden haben… er ist ein Initiationsritus, der auf großem Vertrauen aufbaut.


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